Wenn Hören wieder zum Erlebnis wird
Mittelohrchirurgie
Operationen am Mittelohr können unterschiedliche Ziele haben: einen Defekt im Trommelfell verschließen, eine chronische Entzündung behandeln, erkranktes Gewebe entfernen oder die Schallübertragung über die Gehörknöchelchen verbessern.
Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt von der Erkrankung und vom Zustand des Mittel- und Innenohres ab. Nicht bei jeder Hörminderung ist eine Operation möglich oder notwendig. Bei manchen Erkrankungen steht zunächst ein entzündungsfreies und dauerhaft geschütztes Ohr im Vordergrund; eine Verbesserung des Hörvermögens ist dann ein weiteres, aber nicht sicher erreichbares Ziel.
Im RKM 740 HNO in Düsseldorf werden Erkrankungen des Mittelohres untersucht und mikrochirurgisch behandelt. Praxis, Operationsbereich und Bettenstation befinden sich unter einem Dach.
Wann ist eine Mittelohroperation sinnvoll?
Eine Mittelohroperation kann unter anderem infrage kommen bei:
- einem dauerhaft bestehenden Trommelfelldefekt
- wiederkehrender Ohrsekretion oder chronischer Entzündung
- einer unterbrochenen oder eingeschränkten Gehörknöchelchenkette
- Veränderungen nach Verletzungen oder früheren Operationen
- einem Cholesteatom
- fortschreitenden Veränderungen am Trommelfell oder Mittelohr
- einer dadurch verursachten Schallleitungsschwerhörigkeit
Kleinere Trommelfelldefekte können nach einer akuten Entzündung oder Verletzung von selbst ausheilen. Bleibt der Defekt bestehen, treten wiederholt Entzündungen auf oder ist das Hören beeinträchtigt, kann ein operativer Verschluss erwogen werden.
Trommelfell und Gehörknöchelchen
Das Trommelfell nimmt Schallwellen auf und überträgt sie auf Hammer, Amboss und Steigbügel. Diese drei Gehörknöchelchen leiten die Schwingungen an das Innenohr weiter.
Ein Loch im Trommelfell oder eine geschädigte Gehörknöchelchenkette kann diese Schallübertragung beeinträchtigen. Betroffene hören häufig dumpfer oder leiser. Wiederkehrende Entzündungen und ein aus dem Ohr austretendes Sekret können weitere Hinweise auf eine chronische Mittelohrerkrankung sein.
Untersuchung vor der Mittelohroperation
Vor einer Operation werden Gehörgang und Trommelfell unter dem Mikroskop untersucht. Ein Hörtest zeigt, ob eine Schallleitungsstörung, eine Beteiligung des Innenohres oder eine Kombination aus beiden vorliegt. Je nach Fragestellung wird zusätzlich die Beweglichkeit des Trommelfells und der Druck im Mittelohr gemessen.
Bei chronischen Entzündungen, einem Cholesteatom oder unklaren knöchernen Veränderungen kann eine dreidimensionale Bildgebung notwendig sein. Ob eine , eine Computertomografie oder eine andere Untersuchung geeignet ist, richtet sich nach dem Befund.
Vorhandene Operationsberichte, Hörtests und frühere Aufnahmen sollten zur Planung mitgebracht werden.
Trommelfellverschluss
Bei einer Tympanoplastik wird ein Defekt des Trommelfells mit körpereigenem Gewebe verschlossen. Dafür können je nach Befund beispielsweise Bindegewebe oder Knorpel verwendet werden.
Ziel ist ein belastbares Trommelfell, das das Mittelohr wieder gegenüber dem Gehörgang abschließt. Ob sich dadurch auch das Hörvermögen verbessert, hängt unter anderem vom Zustand der Gehörknöchelchen und des Innenohres ab.
Besser hören, besser leben
Gehörknöchelchen
Sind Hammer, Amboss oder Steigbügel beschädigt oder in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt, kann die Gehörknöchelchenkette im Sinne einer Tympanoplastik rekonstruiert werden. Dafür werden körpereigenes Gewebe oder spezielle Mittelohrprothesen verwendet.
Die Rekonstruktion soll die Schallübertragung verbessern. Das erreichbare Hörvermögen lässt sich vor der Operation jedoch nicht genau vorhersagen.
Cholesteatom
Ein Cholesteatom ist eine chronische Mittelohrerkrankung, bei der sich verhornendes Gewebe im Mittelohr ausbreitet. Dabei können die Gehörknöchelchen und angrenzende knöcherne Strukturen geschädigt werden.
Das erkrankte Gewebe wird operativ entfernt, um ein weiteres Fortschreiten zu verhindern. Abhängig von der Ausdehnung kann die Rekonstruktion des Trommelfells und der Gehörknöchelchen gleichzeitig oder in einem späteren Eingriff erfolgen. Bei dieser Erkrankung hat die vollständige Entfernung Vorrang vor der Verbesserung des Hörvermögens.
Ablauf der Mittelohroperation
Mittelohroperationen werden in der Regel in Vollnarkose und unter dem Operationsmikroskop durchgeführt. Abhängig vom Befund erfolgt der Zugang durch den Gehörgang oder über einen Schnitt vor beziehungsweise hinter dem Ohr.
Welche Schritte notwendig sind, lässt sich teilweise erst während der Operation vollständig beurteilen. Vor dem Eingriff wird deshalb besprochen, welche Rekonstruktionen aufgrund der vorhandenen Befunde infrage kommen.
Je nach Erkrankung und Umfang der Operation kann eine ambulante oder stationäre Betreuung vorgesehen werden.
Heilung nach der Mittelohroperation
Nach dem Eingriff wird der Gehörgang häufig mit einer Tamponade geschützt. Solange diese liegt und das Mittelohr noch geschwollen ist, kann das Hören zunächst gedämpft sein. Das bedeutet nicht, dass das spätere Hörergebnis bereits feststeht.
Während der Heilungsphase muss das Ohr vor Wasser geschützt werden. Starkes Schnäuzen und ein kräftiger Druckausgleich sollten vermieden werden. Auch Sport, Flugreisen und Tauchen müssen für eine bestimmte Zeit pausieren. Wie lange diese Einschränkungen notwendig sind, hängt vom Operationsverfahren und vom Heilungsverlauf ab.
Regelmäßige Kontrollen dienen dazu, die Wundheilung, das Trommelfell und später auch das Hörvermögen zu beurteilen. Bis sich das Ergebnis zuverlässig einschätzen lässt, können mehrere Wochen oder Monate vergehen.
Risiken und Grenzen der Mittelohrchirurgie
Mögliche Risiken einer Mittelohroperation sind Nachblutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen, erneute Trommelfelldefekte und Narbenbildungen. Vorübergehend können Druckgefühl, Ohrgeräusche, Schwindel oder Geschmacksveränderungen auftreten.
Das Hörvermögen kann unverändert bleiben und sich in seltenen Fällen verschlechtern. Weitere mögliche Komplikationen betreffen das Innenohr oder den im Mittelohr verlaufenden Gesichtsnerv. Bei einem Cholesteatom können verbliebene oder erneut entstehende Veränderungen eine weitere Operation notwendig machen.
Welche Risiken im persönlichen Fall bestehen, hängt von der Erkrankung, früheren Eingriffen und den anatomischen Voraussetzungen ab. Sie werden vor der Operation ausführlich besprochen.
Mittelohrchirurgie bei Dr. Gründemann
Die Mittelohrchirurgie wird im RKM 740 HNO von Dr. med. Stephanie Gründemann betreut. Sie verfügt über mehr als 30 Jahre klinische Erfahrung, darunter viele Jahre als Oberärztin, und führt auch die Nachkontrollen nach dem Eingriff durch.
Für die Operationsplanung werden die Erkrankung des Mittelohres, das Hörvermögen und die vorhandenen anatomischen Voraussetzungen gemeinsam beurteilt. Dazu gehört auch die offene Einschätzung, welches Ergebnis realistisch erreichbar ist und wann eine andere Versorgung sinnvoller sein kann.
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Häufige Fragen
Heilt ein Loch von selbst?
Ein frischer Trommelfelldefekt kann von selbst ausheilen. Bleibt er über längere Zeit bestehen, treten wiederholt Entzündungen auf oder ist das Hören beeinträchtigt, kann ein operativer Verschluss sinnvoll sein.
Wird das Hören besser?
Eine Verbesserung ist möglich, kann aber nicht garantiert werden. Das Ergebnis hängt unter anderem vom Zustand des Trommelfells, der Gehörknöchelchen und des Innenohres ab.
Wann darf Wasser ans Ohr?
Bis das Trommelfell sicher verheilt ist, sollte kein Wasser in den Gehörgang gelangen. Wann Duschen, Schwimmen oder Tauchen wieder möglich sind, wird bei den Nachkontrollen festgelegt.
Wann darf ich wieder fliegen?
Flugreisen sollten erst erfolgen, wenn die Heilung ausreichend fortgeschritten und ein Druckausgleich wieder erlaubt ist. Der Zeitpunkt hängt vom Eingriff und vom Verlauf ab.
Ist eine zweite Operation möglich?
Ja. Eine erneute Operation kann beispielsweise bei einer verbliebenen Trommelfellöffnung, einer unzureichenden Schallübertragung oder einem wiederkehrenden Cholesteatom notwendig werden. Voroperierte Ohren erfordern eine besonders genaue Planung.
Ihre Anreise
Die HNO-Privatpraxis im RKM 740 liegt zentral in Düsseldorf und ist aus dem Rheinland und dem Ruhrgebiet gut erreichbar.
Adresse
RKM 740 Hals-Nasen-Ohrenheilkunde Prof. Dr. med. Christoph Bergmann
Pariser Str. 89
40549 Düsseldorf
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