Allergien präzise einordnen
Allergologie und Allergiediagnostik
Allergische Beschwerden können saisonal auftreten oder das ganze Jahr über bestehen. Häufig betroffen sind Nase und Augen, mitunter auch die unteren Atemwege. Typische Beschwerden sind Niesreiz, eine laufende oder verstopfte Nase, Augenjucken und tränende Augen.
Im RKM 740 HNO in Düsseldorf klären wir, ob eine Allergie für die Beschwerden verantwortlich ist und welche Auslöser tatsächlich von Bedeutung sind. Neben dem Gespräch und der HNO-ärztlichen Untersuchung stehen Hauttests, Blutuntersuchungen und bei ausgewählten Fragestellungen Provokationstests zur Verfügung. Die Behandlung richtet sich nach den Beschwerden, den Untersuchungsergebnissen und der persönlichen Situation.
Wann ist eine Abklärung sinnvoll?
Eine allergologische Untersuchung kann sinnvoll sein bei:
- wiederkehrenden Niesattacken oder wässrigem Nasenfluss
- einer länger anhaltend verstopften Nase
- juckenden, geröteten oder tränenden Augen
- Beschwerden während bestimmter Jahreszeiten
- Beschwerden bei Kontakt mit Tieren, Hausstaub oder Schimmel
- Husten, pfeifender Atmung oder Atemnot
- unklaren Beschwerden trotz bisheriger Behandlung
- der Frage, ob eine Hyposensibilisierung infrage kommt
Treten Husten, pfeifende Atemgeräusche oder Luftnot auf, sollte auch eine Beteiligung der unteren Atemwege abgeklärt werden.
Allergie oder andere Ursache?
Nicht jeder anhaltende Schnupfen ist allergisch bedingt. Ähnliche Beschwerden können unter anderem durch Infektionen, nicht allergische Schleimhautreaktionen, Medikamente oder anatomische Engstellen der Nase entstehen. Fieber gehört nicht zu den typischen Symptomen einer Allergie und spricht eher für eine andere Ursache.
Auch Lebensmittelunverträglichkeiten müssen von einer Allergie unterschieden werden. Laktose- und Fruktoseintoleranz sowie Zöliakie sind keine allergischen Erkrankungen. Beschwerden, die als Histaminintoleranz beschrieben werden, erfordern ebenfalls eine andere diagnostische Einordnung als eine klassische IgE-vermittelte Allergie. Bei entsprechenden Hinweisen kann eine ergänzende fachärztliche Abklärung sinnvoll sein.
Allergiediagnostik in der HNO
Am Anfang steht die genaue Frage, wann, wo und unter welchen Umständen die Beschwerden auftreten. Dabei werden Jahreszeit, Wohn- und Arbeitsumgebung, Tierkontakte, Ernährung, bisherige Erkrankungen und eingenommene Medikamente berücksichtigt.
Anschließend werden Nase und Nasenschleimhaut untersucht. Eine Endoskopie kann helfen, Schleimhautschwellungen, Polypen, Sekret oder anatomische Veränderungen zu erkennen und mögliche andere Ursachen der Beschwerden einzugrenzen.
Pricktest
Beim Pricktest werden kleine Mengen ausgewählter Allergenlösungen auf die Haut des Unterarms aufgetragen. Die Haut wird oberflächlich angeritzt. Nach etwa 15 bis 20 Minuten lässt sich beurteilen, ob eine Reaktion entstanden ist.
Bestimmte Medikamente, insbesondere Antihistaminika, können das Ergebnis beeinflussen. Ob und wie lange sie vor der Untersuchung pausiert werden müssen, sollte vorab mit der Praxis abgestimmt werden. Medikamente sollten nicht eigenständig abgesetzt werden.
IgE im Blut
Im Blut können spezifische IgE-Antikörper gegen einzelne Allergene bestimmt werden. Die Untersuchung kann den Hauttest ergänzen oder eingesetzt werden, wenn ein Hauttest nicht möglich oder nicht eindeutig ist.
Ein positiver Wert zeigt zunächst eine Sensibilisierung. Ob diese auch die Beschwerden verursacht, ergibt sich erst aus der Verbindung von Krankengeschichte, Untersuchung und Testergebnis.
Molekulare Diagnostik
Bei komplexen oder widersprüchlichen Befunden kann eine molekulare Allergiediagnostik hilfreich sein. Dabei werden Reaktionen auf einzelne Allergenkomponenten untersucht. So lassen sich beispielsweise echte Sensibilisierungen teilweise besser von Kreuzreaktionen unterscheiden.
Im RKM 740 HNO steht hierfür je nach Fragestellung eine Untersuchung mit bis zu 295 Allergenextrakten und -komponenten zur Verfügung. Eine breite Testung ist jedoch nicht in jedem Fall notwendig. Entscheidend bleibt, welche Ergebnisse zu den tatsächlich auftretenden Beschwerden passen.
Provokationstestung – konjunktival oder nasal
Wenn Krankengeschichte und Testergebnisse nicht eindeutig zusammenpassen, kann eine kontrollierte Provokation der Nase oder der Augen sinnvoll sein. Dabei wird das vermutete Allergen unter ärztlicher Aufsicht gezielt an der Nasenschleimhaut oder am Auge angewendet.
Die Untersuchung zeigt, ob das Allergen am betroffenen Organ eine messbare Reaktion auslöst. Das Ausmaß der Reaktion kann zusätzlich Hinweise auf die klinische Relevanz des geprüften Allergens geben. Eine konjunktivale Provokationstestung kann in ausgewählten Fällen auch zur Verlaufskontrolle einer eingeleiteten spezifischen Allergen-Immuntherapie eingesetzt werden.
Behandlung allergischer Beschwerden
Die Behandlung richtet sich danach, welches Allergen relevant ist, wie ausgeprägt die Beschwerden sind und wie stark sie den Alltag beeinträchtigen.
Beschwerden lindern
Soweit es im Alltag möglich und sinnvoll ist, kann die Belastung durch das auslösende Allergen reduziert werden. Welche Maßnahmen helfen, hängt vom jeweiligen Auslöser ab. Eine vollständige Vermeidung ist gerade bei Pollen oder Hausstaubmilben häufig nicht realistisch.
Zur Behandlung kommen je nach Beschwerden unter anderem Antihistaminika, antiallergische Augentropfen und entzündungshemmende Nasensprays infrage. Auswahl, Dosierung und Anwendungsdauer werden an die persönliche Situation angepasst.
Spezifische Immuntherapie (SIT), die sogenannte Hyposensibilisierung
Eine Allergen-Immuntherapie, häufig Hyposensibilisierung genannt, kann bei ausgewählten IgE-vermittelten Allergien den Krankheitsverlauf beeinflussen. Voraussetzung ist, dass die nachgewiesene Sensibilisierung tatsächlich zu den Beschwerden passt und für das betreffende Allergen eine geeignete Behandlung verfügbar ist.
Die Therapie kann allergische Beschwerden und den Bedarf an Medikamenten verringern. Wie gut und wie dauerhaft sie wirkt, ist individuell verschieden. Eine vollständige Beschwerdefreiheit kann nicht garantiert werden.
Im RKM 740 HNO werden zwei Behandlungsformen angeboten:
Bei der subkutanen Immuntherapie, kurz SCIT, wird das Allergen in festgelegten Abständen unter die Haut gespritzt. Nach der Injektion ist eine ärztlich festgelegte Beobachtungszeit erforderlich.
Bei der sublingualen Immuntherapie, kurz SLIT, wird das Allergen als Tablette oder Tropfen über die Mundschleimhaut aufgenommen. Die erste Anwendung erfolgt abhängig vom Präparat unter ärztlicher Aufsicht. Danach wird die Behandlung in der Regel täglich zu Hause fortgeführt.
Viele Immuntherapien sind auf einen Zeitraum von etwa drei Jahren angelegt. Das genaue Schema hängt vom Präparat, vom Allergen und vom persönlichen Verlauf ab.
Lokale Reaktionen wie Juckreiz, Schwellungen an der Einstichstelle oder Beschwerden im Mund- und Rachenraum können auftreten. Stärkere allergische Reaktionen sind selten, müssen bei der Planung aber berücksichtigt werden. Ein bestehendes Asthma sollte vor und während der Behandlung ausreichend kontrolliert sein.
Nase und Atemwege
Nase, Nasennebenhöhlen und untere Atemwege stehen funktionell miteinander in Verbindung. Allergische Entzündungen können deshalb nicht nur die Nase, sondern auch Bronchien und Lunge betreffen.
Bei Husten, pfeifender Atmung oder Luftnot kann eine ergänzende pneumologische Untersuchung notwendig sein. Anatomische Veränderungen oder Polypen werden unabhängig davon beurteilt. Ein operativer Eingriff kann eine bestehende Allergie nicht beseitigen.
Allergologie bei Prof. Bergmann
Die Allergologie wird im RKM 740 HNO von Prof. Dr. med. Christoph Bergmann betreut. Zu seinen medizinischen Schwerpunkten gehören die Diagnostik und Behandlung allergischer Erkrankungen sowie Erkrankungen der Nase und der Nasennebenhöhlen.
Prof. Bergmann wurde von FOCUS Gesundheit wiederholt als Top-Mediziner für Allergologie ausgezeichnet. Darüber hinaus engagiert er sich im Ärzteverband Deutscher Allergologen als Beirat des Vorstands sowie wissenschaftlich in der European Academy of Allergy and Clinical Immunology (EAACI) als Leiter der Working Group AllergoOncology und als Vorstandsmitglied der Immunology Section.
Prof. Christoph Bergmann erklärt Allergologie
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Häufige Fragen
Beweist ein positiver Test eine Allergie?
Nein. Ein positiver Haut- oder Bluttest zeigt zunächst, dass das Immunsystem auf ein Allergen sensibilisiert ist. Erst wenn das Ergebnis zu den Beschwerden und zum Kontakt mit dem Auslöser passt, spricht es für eine klinisch relevante Allergie.
Muss ich Medikamente vorher absetzen?
Antihistaminika können insbesondere einen Hauttest beeinflussen. Ob eine Einnahmepause notwendig ist, hängt vom Medikament und von der geplanten Untersuchung ab. Die Praxis informiert Sie vor dem Termin. Medikamente sollten nicht ohne Rücksprache abgesetzt werden.
Wann ist die beste Zeit für einen Test?
Eine allergologische Abklärung ist grundsätzlich während des gesamten Jahres möglich. Der geeignete Zeitpunkt hängt von den Beschwerden, der geplanten Testmethode und den eingenommenen Medikamenten ab.
Ist eine Hyposensibilisierung immer möglich?
Nein. Sie kommt nur bei bestimmten Allergien infrage. Entscheidend sind der auslösende Stoff, die klinische Relevanz, die Stärke der Beschwerden, vorhandene Begleiterkrankungen und die Verfügbarkeit eines geeigneten Präparats.
Kann eine spezifische Immuntherapie bzw. Hyposensibilisierung die Allergie heilen?
Diese Therapieform stellt die einzige Kausaltherapie einer Allergie dar. Sie kann Beschwerden und Medikamentenbedarf deutlich reduzieren, in vielen Fällen die Entwicklung von allergischem Asthma verhindern und ist für eine langfristige Wirkung angelegt. Eine vollständige und dauerhafte Heilung lässt sich jedoch nicht versprechen.
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Die HNO-Privatpraxis im RKM 740 liegt zentral in Düsseldorf und ist aus dem Rheinland und dem Ruhrgebiet gut erreichbar.
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RKM 740 Hals-Nasen-Ohrenheilkunde Prof. Dr. med. Christoph Bergmann
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