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Ohrbelüftungsstörungen
Druck im Ohr, dumpfes Hören oder ein wiederholt „verschlossenes“ Ohr können auf eine gestörte Belüftung des Mittelohres hinweisen. Häufig treten die Beschwerden bei Erkältungen, beim Fliegen oder bei anderen schnellen Druckwechseln auf.
Vor einer Behandlung muss geklärt werden, ob tatsächlich eine Funktionsstörung der Ohrtrompete vorliegt. Denn auch Erkrankungen des Mittel- oder Innenohres sowie Beschwerden des Kiefergelenks können ähnliche Symptome verursachen.
Im RKM 740 HNO in Düsseldorf werden Ursache und Form der Belüftungsstörung untersucht. Abhängig vom Befund kommen eine Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung, ein Paukenröhrchen oder bei ausgewählten Patient:innen eine Ballondilatation der Ohrtrompete infrage.
Funktion der Ohrtrompete
Die Ohrtrompete verbindet das Mittelohr mit dem Nasenrachenraum. Sie öffnet sich unter anderem beim Schlucken und Gähnen. Dadurch wird der Druck zwischen Mittelohr und Umgebung ausgeglichen.
Öffnet sie sich nicht ausreichend, kann im Mittelohr ein Unterdruck entstehen. Hält dieser Zustand länger an, kann sich Flüssigkeit hinter dem Trommelfell ansammeln. Dies wird als Paukenerguss bezeichnet.
Typische Beschwerden
Eine Ohrbelüftungsstörung kann sich unterschiedlich bemerkbar machen:
- Druck- oder Völlegefühl im Ohr
- dumpfes oder wechselndes Hören
- Knacken und Knistern beim Schlucken
- Schmerzen bei Druckwechseln
- wiederkehrende Paukenergüsse
- wiederkehrende Mittelohrprobleme
Die Beschwerden können ein- oder beidseitig auftreten und vorübergehend oder dauerhaft bestehen.
Eine plötzlich einsetzende deutliche Hörminderung sollte nicht vorschnell als Belüftungsstörung eingeordnet werden. Sie sollte ebenso wie starker Schwindel, Ausfluss aus dem Ohr oder ausgeprägte Schmerzen zeitnah HNO-ärztlich untersucht werden.
Formen der Tubenfunktionsstörung
Für die Wahl der Behandlung ist entscheidend, welche Form der Tubenfunktionsstörung vorliegt.
Verengte Ohrtrompete
Bei einer obstruktiven Tubenfunktionsstörung öffnet sich die Ohrtrompete nicht ausreichend. Mögliche Ursachen sind geschwollene Schleimhäute, Allergien, Entzündungen im Bereich der Nase und Nasennebenhöhlen oder anatomische Engstellen.
Beschwerden bei Druckwechsel
Manche Patient:innen haben vor allem beim Fliegen, Tauchen oder bei Fahrten in größere Höhen Beschwerden. Zwischen diesen Belastungen können die Untersuchungsbefunde unauffällig sein. Die genaue Beschreibung der Beschwerden ist dann besonders wichtig.
Offene Ohrtrompete
Seltener bleibt die Ohrtrompete zu weit geöffnet. Betroffene hören häufig die eigene Stimme oder die eigene Atmung ungewöhnlich laut. Diese Form wird anders behandelt als eine verengte Ohrtrompete. Eine Ballondilatation ist hierfür nicht geeignet.
Diagnostik bei Ohrbelüftungsstörungen
Am Anfang steht ein ausführliches Gespräch. Dabei wird geklärt, wann die Beschwerden auftreten und ob sie mit Erkältungen, Allergien oder Druckwechseln zusammenhängen.
Je nach Fragestellung können folgende Untersuchungen sinnvoll sein:
- Beurteilung von Gehörgang und Trommelfell
- Messung des Mittelohrdrucks
- Hörprüfung
- endoskopische Untersuchung von Nase und Nasenrachen
- Rhinomanometrie der Nase
Welche Diagnostik notwendig ist, richtet sich nach den Beschwerden und dem erhobenen Befund.
Behandlung von Ohrbelüftungsstörungen
Die Behandlung hängt von Ursache, Form und Dauer der Beschwerden ab. Nicht jede Belüftungsstörung muss operiert werden.
Nach einem akuten Atemwegsinfekt kann sich die Belüftung normalisieren, sobald die Schleimhäute abgeschwollen sind. Liegt eine Allergie oder eine entzündliche Erkrankung der Nase und Nasennebenhöhlen vor, wird diese gezielt behandelt.
Abschwellende Nasensprays können in einzelnen Situationen kurzfristig eingesetzt werden, sind jedoch nicht für eine dauerhafte Anwendung geeignet. Bestimmte Übungen zum Druckausgleich können ebenfalls hilfreich sein. Sie sollten zuvor ärztlich besprochen und nicht mit Kraft durchgeführt werden.
Paukenröhrchen
Bei einem anhaltenden Unterdruck oder Paukenerguss kann ein kleines Röhrchen in das Trommelfell eingesetzt werden. Es belüftet das Mittelohr direkt und ermöglicht den Abfluss von Flüssigkeit.
Ein Paukenröhrchen behandelt damit die Folgen der Belüftungsstörung. Die Öffnungsfunktion der Ohrtrompete selbst wird dadurch nicht verändert.
Ballondilatation der Ohrtrompete
Bei ausgewählten Patient:innen mit einer chronisch verengten Ohrtrompete kann eine Ballondilatation erwogen werden. Voraussetzung ist, dass Beschwerden und Untersuchungsbefunde zu einer obstruktiven Tubenfunktionsstörung passen und andere Ursachen berücksichtigt wurden.
Unter endoskopischer Sicht wird ein feiner Katheter durch die Nase bis zum Eingang der Ohrtrompete geführt. Ein kleiner Ballon wird im knorpeligen Abschnitt für kurze Zeit kontrolliert entfaltet und anschließend vollständig entfernt. Ein Implantat verbleibt nicht im Körper.
Ziel des Eingriffs ist es, die Öffnungs- und Belüftungsfunktion der Ohrtrompete zu verbessern. Welche Form der Anästhesie vorgesehen wird, richtet sich nach dem Befund und dem geplanten Umfang der Behandlung.
Therapie der offenen Ohrtrompete
Bei einer offenen Ohrtrompete kann in geeigneten Fällen eine Behandlung mit Hyaluronsäure oder körpereigenem Fettgewebe erwogen werden. Das jeweilige Material wird in kurzer Narkose unter endoskopischer Sichtkontrolle in den Bereich des Tubeneingangs im Nasenrachen eingebracht. Ziel ist es, die Öffnungsfunktion der Ohrtrompete zu normalisieren und die Beschwerden zu verbessern.
Chancen und Grenzen der Ballondilatation
Eine Ballondilatation kann die Beschwerden bei sorgfältig ausgewählten Patient:innen verringern. Sie ist jedoch nicht für jede Form der Tubenfunktionsstörung geeignet und führt nicht in jedem Fall zur gewünschten Verbesserung. Auch die Dauer des Behandlungserfolgs lässt sich nicht sicher vorhersagen.
Mögliche Risiken sind unter anderem Blutungen, Schleimhautverletzungen, Entzündungen und vorübergehende Beschwerden im Bereich von Nase oder Ohr. Die persönlichen Erfolgsaussichten, mögliche Alternativen und die individuellen Risiken werden vor dem Eingriff erläutert.
Entscheidend ist die genaue Einordnung der Beschwerden. Erst danach kann zwischen Beobachtung, konservativer Behandlung und einem Eingriff abgewogen werden.
Ohrbelüftungsstörungen – Prof. Christoph Bergmann erklärt
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Häufige Fragen
Ist Knacken im Ohr normal?
Beim Schlucken oder Gähnen öffnet sich die Ohrtrompete. Ein gelegentliches Knacken kann daher normal sein. Treten zusätzlich Druck, Schmerzen oder eine Hörminderung auf, ist eine Untersuchung sinnvoll.
Warum ist Fliegen unangenehm?
Bei Start und Landung verändert sich der Umgebungsdruck innerhalb kurzer Zeit. Öffnet sich die Ohrtrompete nicht ausreichend, kann der Druckausgleich verzögert sein und Schmerzen oder dumpfes Hören verursachen.
Röhrchen oder Ballon?
Ein Paukenröhrchen belüftet das Mittelohr direkt durch das Trommelfell. Die Ballondilatation setzt an der Ohrtrompete an und soll deren Öffnungsfunktion verbessern. Welches Verfahren infrage kommt, hängt vom Befund ab.
Bleibt der Ballon im Ohr?
Nein. Der Ballon wird nur für kurze Zeit entfaltet und anschließend zusammen mit dem Katheter vollständig entfernt.
Kann Ohrdruck vom Kiefer kommen?
Ja. Verspannungen der Kaumuskulatur oder Erkrankungen des Kiefergelenks können ein Druckgefühl am Ohr auslösen. Deshalb ist eine sorgfältige Abgrenzung wichtig.
Ihre Anreise
Die HNO-Privatpraxis im RKM 740 liegt zentral in Düsseldorf und ist sowohl aus dem Rheinland als auch aus dem Ruhrgebiet gut erreichbar. Patient aus der Region und darüber hinaus finden bei uns eine spezialisierte Diagnostik und Behandlung von Ohrbelüftungsstörungen.
Adresse
RKM 740 Hals-Nasen-Ohrenheilkunde Prof. Dr. med. Christoph Bergmann
Pariser Str. 89
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